Netzschmerle – Botia lohachata
Die Netzschmerle (Botia lohachata) ist eine lebhafte und ausgesprochen soziale Prachtschmerle aus Südasien. Besonders charakteristisch ist ihre kontrastreiche Körperzeichnung. Die Tiere besitzen eine silbrig-weiße bis hellgraue Grundfarbe, die von breiten dunkelbraunen bis nahezu schwarzen Bändern und unregelmäßigen Flecken durchzogen wird. Dadurch entsteht eine auffällige, teilweise netz- beziehungsweise kettenartige Zeichnung.
Auf den Flanken wechseln sich breite dunkle Querbänder mit rundlichen und unregelmäßigen Flecken ab. Die Bauchseite erscheint heller und kann einen metallischen bis leicht cremefarbenen, gelblichen Ton zeigen. Die Flossen sind weitgehend transparent und tragen einzelne dunkle Bänder oder Flecken. Mit zunehmendem Alter kann sich die Zeichnung verändern und komplexer beziehungsweise netzartiger wirken. Dadurch besitzt jedes Tier einen individuellen Charakter.
Botia lohachata ist eine eigenständige Art, wird im Aquarienhandel jedoch häufig mit der sehr ähnlichen Botia almorhae verwechselt oder gemeinsam unter Bezeichnungen wie Yoyo-Schmerle angeboten. Für Botia lohachata werden Vorkommen im nördlichen Südasien angegeben. Dort besiedelt die Art unter anderem Fließgewässer mit steinigem und kiesigem Untergrund.
Beschreibung & Verhalten
Netzschmerlen sind keine Fische für die Einzelhaltung. Sie besitzen ein ausgeprägtes Sozialverhalten und bilden innerhalb ihrer Gruppe eine Rangordnung. Wir empfehlen deshalb eine Gruppe von mindestens 5 Tieren, besser mehr, sofern das Aquarium ausreichend Platz bietet.
Innerhalb der Gruppe sind Verfolgungsjagden, gegenseitiges Imponieren und kurze Rangeleien normal. Bei ausreichend großer Gruppe und genügend Verstecken verteilen sich diese Interaktionen auf mehrere Tiere. Einzelhaltung oder eine zu kleine Gruppe kann dagegen zu Stress und problematischem Verhalten führen.
Die Tiere sind vor allem bodenorientiert, schwimmen bei der Futtersuche jedoch auch durch andere Bereiche des Aquariums. Typisch für Prachtschmerlen sind zudem knackende beziehungsweise klickende Geräusche, die beispielsweise bei sozialen Interaktionen oder der Futteraufnahme auftreten können.
Haltung & Einrichtung
Aufgrund ihrer Endgröße von bis zu etwa 15 cm und der notwendigen Gruppenhaltung empfehlen wir für Netzschmerlen ein Aquarium ab etwa 200 Litern und mindestens rund 100 cm Kantenlänge. Mehr Grundfläche ist insbesondere für eine größere Gruppe von Vorteil.
Der Bodengrund sollte aus feinem Sand oder glattem, abgerundetem Kies bestehen. Netzschmerlen untersuchen den Boden intensiv mit ihrem Maul und ihren empfindlichen Barteln. Scharfkantiger Bodengrund ist daher ungeeignet.
Wurzeln, Steine und geeignete Höhlen sollten so angeordnet werden, dass zahlreiche geschützte Rückzugsplätze entstehen. Gleichzeitig benötigen die aktiven Tiere ausreichend freie Boden- und Schwimmfläche. Alle Aufbauten müssen standsicher sein und dürfen keine engen Spalten enthalten, in denen sich eine Schmerle einklemmen könnte.
- Gruppenhaltung mit mindestens 5 Tieren
- Aquarium ab ca. 200 Liter und etwa 100 cm Kantenlänge
- Feiner Sand oder glatter, abgerundeter Kies
- Viele Höhlen, Wurzeln und geschützte Ruheplätze
- Ausreichend freie Boden- und Schwimmfläche
- Gute Filterung und sauerstoffreiches Wasser
- Mäßige Wasserbewegung ist von Vorteil
Wasserwerte
Botia lohachata lässt sich in leicht saurem bis leicht alkalischem Wasser pflegen. Wichtiger als das Ausreizen einzelner Grenzwerte sind eine dauerhaft gute Wasserqualität, ausreichend Sauerstoff und stabile Bedingungen.
- Temperatur: ca. 24–30 °C
- pH-Wert: ca. 6,0–8,0
- Gesamthärte (GH): ca. 5–12 °dGH
- Karbonathärte (KH): ca. 2–10 °dKH
- Leitwert: ca. 150–500 µS
Regelmäßige Wasserwechsel sind bei diesen aktiven und gut fressenden Fischen besonders wichtig. Eine leistungsfähige Filterung und eine gute Oberflächenbewegung helfen, das Wasser sauber und sauerstoffreich zu halten.
Ernährung
Die Netzschmerle ist ein Allesfresser mit deutlicher Vorliebe für tierische Nahrung. In der Natur werden unter anderem Insektenlarven, Würmer, kleine Krebstiere und andere Wirbellose aufgenommen. Auch Schnecken gehören zum möglichen Nahrungsspektrum.
Im Aquarium eignen sich hochwertige sinkende Tabletten, Granulate und Wafers als Grundfutter. Ergänzend sollten Frost- und Lebendfuttersorten wie Artemia, Mückenlarven und andere geeignete Wirbellose angeboten werden. Pflanzliche Komponenten und gelegentlich blanchiertes Gemüse sorgen für zusätzliche Abwechslung.
Netzschmerlen können Schnecken fressen und deren Bestände deutlich reduzieren. Sie sollten jedoch niemals ausschließlich zur Schneckenbekämpfung gekauft werden. Die Art benötigt dauerhaft ein großes Aquarium, Artgenossen und eine vollwertige Ernährung.
Vergesellschaftung
Die Netzschmerle ist grundsätzlich gesellschaftsfähig, allerdings sehr aktiv und bei der Nahrungssuche ausgesprochen durchsetzungsfähig. Ruhige und sehr scheue Fische können sich durch eine aktive Schmerlengruppe bedrängt fühlen.
- Mit Garnelen: Nicht empfehlenswert. Zwerggarnelen und insbesondere Junggarnelen können als Nahrung angesehen werden. Auch größere Garnelen sind bei einer ausgewachsenen Schmerlengruppe nicht vollkommen sicher.
- Mit Krebsen & Krabben: Nicht empfehlenswert. Beide Tiergruppen nutzen den Boden und dieselben Verstecke. Krebse und Krabben können ruhende Schmerlen mit ihren Scheren verletzen, während kleine Krebstiere umgekehrt von den Schmerlen bedrängt werden können.
- Mit Schnecken: Problematisch. Netzschmerlen fressen Schnecken und können auch größere Exemplare wiederholt untersuchen oder bedrängen. Für ein Aquarium, in dem Schnecken dauerhaft gepflegt oder vermehrt werden sollen, ist die Art daher ungeeignet.
- Mit Fischen: Gut mit robusten, friedlichen und ausreichend beweglichen Fischen vergleichbarer Größe kombinierbar. Geeignet sind beispielsweise viele Barben, Bärblinge und andere nicht aggressive Freiwasserfische. Sehr kleine, ausgesprochen ruhige oder empfindliche Arten sind weniger geeignet.
Vermehrung/Zucht
Botia lohachata ist eine eierlegende Art. Eine gezielte Vermehrung im normalen Heimaquarium gelingt jedoch nur sehr selten und kann nicht mit der vergleichsweise einfachen Zucht vieler kleiner Schwarmfische verglichen werden.
Im kommerziellen Bereich werden Prachtschmerlen unter kontrollierten Bedingungen vermehrt. Für die private Aquaristik sollte die Netzschmerle deshalb als Art betrachtet werden, deren Haltung und interessantes Sozialverhalten im Vordergrund stehen und nicht die regelmäßige Nachzucht.
Besonderheiten
Besonders auffällig ist die silbrig-weiße bis hellgraue Grundfarbe mit breiten dunkelbraunen bis nahezu schwarzen Bändern und unregelmäßigen Flecken. Auf dem abgebildeten Tier bilden diese dunklen Bereiche eine kontrastreiche Folge aus Querbändern, Flecken und teilweise miteinander verbundenen Zeichnungselementen. Die Unterseite wirkt heller und leicht cremegelblich.
Die weitgehend transparenten Flossen tragen ebenfalls dunkle Flecken und Bänder. Gerade die Kombination aus hellem Körper, tiefdunkler Zeichnung und durchscheinenden Flossen erzeugt das charakteristische Erscheinungsbild der Netzschmerle. Mit dem Wachstum kann sich die Zeichnung weiter verändern und zunehmend komplex wirken.
Eine weitere Besonderheit sind die kleinen, ausklappbaren Subokularstacheln unterhalb der Augen. Diese dienen der Verteidigung und erfordern beim Fangen und Umsetzen besondere Vorsicht, da sich die Tiere damit in grobmaschigen Netzen verhaken können. Ein geeigneter Fangbehälter ist daher oft die sicherere Wahl.
Steckbrief:
| Bezeichnung | Botia lohachata |
| Deutscher Name | Netzschmerle / Netz-Prachtschmerle |
| Familie | Botiidae |
| Aussehen | silbrig-weiß bis hellgrau mit breiten dunkelbraunen bis schwarzen Bändern und Flecken; transparente Flossen mit dunkler Zeichnung |
| Größe | bis ca. 15 cm |
| Alter | bei guter Haltung deutlich über 10 Jahre möglich |
| Herkunft | Südasien; nördliches Indien, Nepal und Bangladesch |
| Wesen | lebhaft, sozial und gruppenorientiert; innerhalb der Gruppe ausgeprägte Rangordnung |
| Vermehrung/Zucht | eierlegend; Nachzucht im normalen Heimaquarium sehr schwierig und selten |
| Ernährung | Allesfresser mit tierischem Schwerpunkt; Wirbellose, Schnecken, Frost-, Lebend- und hochwertiges Sinkfutter |
| Schwierigkeit | Fortgeschritten |
Anforderungen & Wasserwerte:
| Aquariumgröße | ab ca. 200 Liter und etwa 100 cm Kantenlänge |
| Gruppengröße | mindestens 5 Tiere, besser mehr |
| Bodengrund | feiner Sand oder glatter, abgerundeter Kies |
| Einrichtung | Wurzeln, Steine, zahlreiche Verstecke und freie Schwimmflächen |
| Temperatur | ca. 24–30 °C |
| pH-Wert | ca. 6,0–8,0 |
| Gesamthärte (GH) | ca. 5–12 °dGH |
| Karbonathärte (KH) | ca. 2–10 °dKH |
| Leitwert | ca. 150–500 µS |
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